{"id":5044,"date":"2025-12-04T10:50:31","date_gmt":"2025-12-04T10:50:31","guid":{"rendered":"https:\/\/humanspaces.at\/?p=5044"},"modified":"2025-12-09T15:15:28","modified_gmt":"2025-12-09T15:15:28","slug":"wohnungskredite-2026","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/humanspaces.at\/en\/wohnungskredite-2026\/","title":{"rendered":"H\u00fcrden bei Wohnungskrediten 2026"},"content":{"rendered":"<h3>Wie ist das jetzt mit den Wohnungskrediten?<\/h3>\n<p>Wer derzeit in \u00d6sterreich \u00fcber den Kauf einer Immobilie nachdenkt, besch\u00e4ftigt sich vermutlich auch mit Wohnungskrediten und damit, welche Voraussetzungen man erf\u00fcllen muss um f\u00fcr eben so einen Kredit in Frage zu kommen. Derzeit schwirren verschiedene Begriffe durch die Medien: neben <strong>NPL<\/strong> (Non Performing Loans) und <strong>Systemrisiken<\/strong> wird auch die R\u00fcckkehr der zuletzt ausgelaufene <strong>KIM-Verordnung <\/strong>immer wieder prophezeit. Dabei geht es nicht nur um die Stabilit\u00e4t des Bankensektors, sondern auch um die Bedingungen, zu denen Privatpersonen Immobilien finanzieren k\u00f6nnen. Aber was bedeuten diese Begrifflichkeiten \u00fcberhaupt und was sind die gr\u00f6\u00dferen Zusammenh\u00e4nge am Finanzmarkt?<\/p>\n<h3>NPLs und Systemrisiko f\u00fchren zu mehr Vorsicht bei Banken<\/h3>\n<p><strong>Non Performing Loans<\/strong>, oder auch <strong>notleidende Kredite<\/strong> sind Kredite, bei denen Kreditnehmer <strong>l\u00e4nger als 90 Tage<\/strong> nicht zahlen k\u00f6nnen oder die <strong>R\u00fcckzahlung unsicher<\/strong> ist. Wenn der Anteil an NPLs an den vergebenen Krediten zu hoch wird, steigt das Risiko f\u00fcr Banken, auf dem Geld sitzen zu bleiben. F\u00fcr Immobilienk\u00e4ufer bedeutet ein Anstieg der NPL-Quote dadurch ganz klar: <strong>Banken werden vorsichtiger<\/strong>. Sie m\u00fcssen mehr Eigenkapital vorhalten und pr\u00fcfen neue Kredite strenger. In \u00d6sterreich lag die NPL-Quote Ende 2024 bei <strong>3 Prozent.<\/strong> Vor allem <strong>privaten Wohnbaukredite<\/strong> halten die Situation mit nur 1,3 Prozent NPL-Quote <strong>stabil<\/strong>.<\/p>\n<p>Vor allem<strong> gewerbliche Immobilienkredite<\/strong> waren in j\u00fcngster Zeit mit einer Quote von <strong>5% ausfallgef\u00e4hrdet<\/strong> und bereiteten der Finanzmarktaufsicht Sorgen. Bei Projektfinanzierungen lag die Ausfallquote sogar bei \u00fcber 8 Prozent. Wer die Nachrichten verfolgt hat, wundert sich nicht: einige namhafte Immobilienentwickler und auch Baufirmen mussten in den letzten Jahren Konkurs anmelden. In der Branche spricht man von einer <strong>Marktbereinigung<\/strong> &#8211; wer bis jetzt am Markt \u00fcberlebt hat, muss seine Finanzen schlie\u00dflich einigerma\u00dfen im Griff haben.<\/p>\n<p>Ein <strong>Systemrisiko<\/strong> entsteht, wenn Probleme in einem Bereich des Finanzsystems \u2013 etwa bei Immobilienkrediten \u2013 auf die <strong>gesamte Wirtschaft<\/strong> <strong>\u00fcbergreifen<\/strong>. Historisch waren <strong>Immobilienblasen<\/strong> immer wieder Ausl\u00f6ser von Finanzkrisen, zuletzt bei der globalen Finanzkrise 2007\/2008. Die \u00f6sterreichischen Aufsichtsbeh\u00f6rden beobachten deshalb laufend die Entwicklung der Immobilienpreise, die Kreditvergabepraxis der Banken und deren Eigenkapitalquote, um fr\u00fchzeitig auf m\u00f6gliche Gefahren reagieren zu k\u00f6nnen. So wurde bereits auf die steigenden NPLs reagiert, indem Banken seit Juli 2025 zus\u00e4tzliches Eigenkapital f\u00fcr gewerbliche Kredite vorhalten m\u00fcssen. Dieses Kapital nennt man auch <strong>Systemrisikopuffer<\/strong>. Man kann davon ausgehen, dass diese Zusatzkosten daf\u00fcr beim Bautr\u00e4ger und letztendlich beim K\u00e4ufer landen werden.<\/p>\n<h3>KIM-Verordnung als Schutz oder H\u00fcrde f\u00fcr K\u00e4ufer?<\/h3>\n<p>Die Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsma\u00dfnahmen-Verordnung (KIM-VO) wurde 2022 eingef\u00fchrt, um das \u00f6sterreichische <strong>Finanzsystem zu stabilisieren<\/strong> und die Bildung einer Immobilienblase zu verhindern. Hintergrund war der rapide <strong>Anstieg der Immobilienpreise<\/strong> in Kombination mit <strong>lockerer Kreditvergabe<\/strong>. Die Verordnung legte fest, dass Kreditnehmer mindestens <strong>10 %\u00a0Eigenkapital<\/strong> <strong>plus<\/strong> weitere <strong>10 % f\u00fcr Nebenkosten<\/strong> aufbringen m\u00fcssen, die monatliche Rate nicht mehr als <strong>40 Prozent des Nettoeinkommens<\/strong> betragen darf und die <strong>Kreditlaufzeit 35 Jahr<\/strong>e nicht \u00fcberschreiten soll, um die R\u00fcckzahlung vor der Pensionierung zu sichern.<\/p>\n<p>Die Intention dieser Verordnung war es, Kredite jenen Personen zu erm\u00f6glichen, die sich die R\u00fcckzahlung auch gesichert leisten k\u00f6nnen. Die Folgen waren schnell sp\u00fcrbar: Innerhalb weniger Monate brach die Vergabe von Wohnbaukrediten um mehr als die H\u00e4lfte ein. Besonders junge Familien und Erstk\u00e4ufer hatten Schwierigkeiten, die strengen Anforderungen zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<h3>Nach der KIM-VO = vor der KIM-VO?<\/h3>\n<p>Am 30. Juni 2025 lief die <strong>KIM-Verordnung planm\u00e4\u00dfig aus.<\/strong> Die bisher g\u00fcltigen Regeln sind zwar nicht mehr rechtlich bindend, gelten jedoch weiterhin als <strong>Empfehlungen der FMA. <\/strong>Wie selbstverst\u00e4ndlich werden sie als Voraussetzungen zur Kreditw\u00fcrdigkeit auf den Websites der Banken angef\u00fchrt. In der Praxis bedeutet das f\u00fcr K\u00e4ufer, dass die Banken an den <strong>bisherigen Standards<\/strong> festhalten, aber im Einzelfall flexibler reagieren k\u00f6nnen. Sie m\u00fcssen dies jedoch dokumentieren und ihr Risikomanagement anpassen. Wer stabile Einkommensverh\u00e4ltnisse und eine gute Bonit\u00e4t vorweisen kann, hat also auch weiterhin bessere Chancen auf eine Finanzierung. Wer es in den letzten Jahren schwer hatte, an einen Wohnkredit zu kommen, wird es auch zuk\u00fcnftig nicht unbedingt leichter haben.<\/p>\n<p>Experten prophezeien dar\u00fcber hinaus, dass die KIM-Verordnung\u00a0 <strong>jederzeit wieder eingef\u00fchrt<\/strong> werden k\u00f6nnte, falls sich die Marktlage verschlechtert. Eine <strong>Wiedereinf\u00fchrung<\/strong> k\u00f6nnte eine Reaktion auf <strong>steigende Immobilienpreise<\/strong> oder eine <strong>\u00dcberbewertung am Markt <\/strong>sein.<strong>\u00a0<\/strong>Aber auch sinkende Eigenkapitalquoten der Banken sowie eine erneute Lockerung der Kreditvergabepraktiken und damit steigende NPL-Quote bei privaten Wohnbaukrediten sind Faktoren.<\/p>\n<h3>Fazit: Selbstverantwortung ist auch ohne Vorgaben sinnvoll<\/h3>\n<p>Das Ende der KIM-Verordnung hat Finanzierungen kurzfristig erleichtert, doch eigentlich hat sich nicht viel ge\u00e4ndert. Immobilienk\u00e4ufer sollten aber ohnehin immer auf <strong>nachhaltige Finanzierung<\/strong> achten, genug <strong>Eigenkapital<\/strong> mitbringen und ihre <strong>monatliche Belastung<\/strong> realistisch einsch\u00e4tzen. Auch die <strong>Zinsentwicklung<\/strong> sollte man im Auge behalten, insbesondere bei variabel verzinsten Krediten. Wer dies ber\u00fccksichtigt, sch\u00fctzt nicht nur sein Budget, sondern ist auch bei m\u00f6glicher <strong>Wiedereinf\u00fchrung<\/strong> strengerer Regeln auf der sicheren Seit.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/humanspaces.at\/en\/wiener-wohnungsmarkt-2025\/\">Die Immobilienpreise bleiben weiterhin volatil<\/a>, der Trend geht jedoch nach oben. <strong>Nutzen Sie Chancen<\/strong> die sich bieten &#8211; aber kaufen Sie nur, was Sie <strong>langfristig<\/strong> tragen k\u00f6nnen!<\/p>\n<h3>Quellen:<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fma.gv.at\/banken\/wohnimmobilienkredite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Empfehlungen zu Wohnimmobilienkrediten<\/a> der Finanzmarktaufsicht<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.oenb.at\/Publikationen\/Finanzmarkt\/Finanzmarktstabilitaetsbericht\/2025\/financial-stability-report-49.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Finanzmarktstabilit\u00e4tsbericht 2025<\/a> der \u00d6sterreichischen Nationalbank<br \/>\n<a href=\"https:\/\/fmsg.at\/publikationen\/jahresberichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Jahresberichte<\/a> des Finanzmarktstabilit\u00e4tsgremium<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ist das jetzt mit den Wohnungskrediten? 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